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Die "Orkney-Inseln" und die "Shetland-Inseln"

1. Die Orkney-Inseln

Die Orkneyinseln sind eine aus etwa 70 kleinen Inseln und der Hauptinsel, schlicht Mainland genannt, bestehende Inselgruppe mit einer Größe von ca. 970 km², die zu Schottland, Vereinigtes Königreich gehört. Sie liegen etwa 16 km nördlich von Caithness im Norden von Schottland. Nur etwa 20 Inseln sind bewohnt. Die beiden wichtigsten Städte der Orkneys sind auf Mainland Kirkwall, als Verwaltungsort mit ca. 7.000 Einwohnern, und Stromness, als Fährhafen vom Festland mit ungefähr 2.000 Einwohnern.

Die zweitgrößte Insel Hoy ist für seine berühmte Felsnadel Old Man of Hoy berühmt.

Die Orkneyinseln sind praktisch baumlos und sehr niedrig (höchste Erhebung der Inseln ist mit 481 m der Ward Hill auf der Insel Hoy), auch wenn es Steilküsten von ca. 30 m gibt. Das Klima ist mild und vom Golfstrom beeinflußt.

Die wichtigsten Inseln sind:

  • Auskerry
  • Burray
  • Eday
  • Egilsay
  • Flotta
  • Graemsay
  • Holm of Papa
  • Hoy
  • Mainland (Pomona)
  • North Ronaldsay
  • Papa Westray
  • Rousay
  • Sanday
  • Shapinsay
  • South Ronaldsay
  • Stronsay
  • Westray
  • Wyre

Die Geschichte der Orkneyinseln beginnt in der Steinzeit. Noch heute können die steinzeitliche Siedlung Skara Brae, sowie Steinkreise (beispielsweise Ring of Brodgar, Standing Stones of Stenness) und die Wehrtürme, auch "Brochs"ganannt (beispielsweise Broch Guerness, Broch of Birsay), besichtigt werden.

Die neuzeitlichen Bewohner stammen von den Norwegern ab, deren König Harald I. die Inseln 876 besetzen ließ. Sie wurden von Christian I. 1468 James III. von Schottland als Mitgift für Margarethe von Dänemark versprochen.

Mit Scapa Flow ist ein natürlicher Hafen, der von den Inseln umschlossen wird, in die Militärgeschichte eingegangen. Er hat bereits unter Napoleon über den 1. Weltkrieg bis hin zum 2. Weltkrieg eine wichtige Rolle gespielt.

Am 21. Juni 1919 versenkte sich in Scapa Flow die gesamte deutsche Kriegsmarine, die ihre Schiffe nach dem verlorenen 1. Weltkrieg eigentlich an die siegreichen Briten hätte übergeben sollen.

Im Zweiten Weltkrieg ließ Winston Churchill die nach ihm benannten Churchill Barriers zwischen einigen der Inseln bauen, um deutschen U-Booten die Durchfahrt unmöglich zu machen. Heute verbinden Straßen auf den Churchill Barriers die Inseln.

2. Die Shetland-Inseln

Die Shetland-Inseln sind eine zu Schottland gehörende Inselgruppe zwischen den Orkney-Inseln und den Faröern mit einer Gesamtfläche von etwa 1469 km². Administratives Zentrum und größte Stadt der Inseln ist Lerwick.

Die Hauptinseln sind:

  • Bressay
  • East Burra
  • Fetlar
  • Mainland
  • Mousa
  • Muckle Flugga
  • Muckle Roe
  • Noss
  • Out Skerries
  • Papa Stour
  • Trondra
  • Unst
  • Vaila
  • West Burra
  • Whalsay
  • Yell
  • sowie die nahegelegen Inseln Foula und Fair Isle

Die Shetland-Inseln sind seit dem 3. Jahrtausend v. Chr., also in der Kupferzeit, besiedelt. Die Bewohner betrieben schon damals Ackerbau und Viehzucht. Im 2. Jahrtausend v. Chr. (Bronzezeit) änderte sich das Klima. Es wurde feuchter und kälter, weshalb sich die Bewohner an der Küste ansiedelten. In der Eisenzeit entstanden hier noch heute zu besichtigende runde Steingebäude.

Im 9. Jahrhundert landeten hier die Wikinger an. Sie etablierten neue, eigene Gesetze und vor allem eine eigene Sprache, welche sich zum Norn entwickelte. Im 10. Jahrhundert wurden sie christianisiert. Die Shetlands gehörten zu Norwegen. Im 14. Jahrhundert vereinigten sich Norwegen (mit seinen Besitzungen) mit Schweden und Dänemark.

Shetland Inseln aus der Luft ©Wikipedia

Die Shetland-Inseln gelangten als Mitgift der Tochter des dänischen Königs 1469 zu Schottland, als sie König James III. von Schottland heiratete. Seitdem wuchs der schottische Einfluß auf die Inseln. Das Old Norn als allgemein verbreitete Sprache starb im 19. Jahrhundert aus. Dennoch gibt es bis heute vor allem auf der nördlichsten Insel Unst noch ein paar alte Menschen, die Norn sprechen und sich an die alten Sagen und Geschichten erinnern.

Von den rund 24.000 Shetländern lebt rund ein Drittel in der Inselhauptstadt Lerwick (7.500). Zweitgrößter Ort ist die ehemalige Hauptstadt Scalloway mit rund 1.250 Einwohnern.

Die früher gesprochene nordische Sprache Norn wurde durch Scottish English abgelöst.

Alljährlich am letzten Dienstag im Januar gibt es ein regionales gesellschaftliches Großereignis, das "Up Helly Aa"-Fest. Etwas später im Frühjahr findet jährlich das Shetland Folk-Festival statt. Das schottische Volksinstrument Geige, hier "Fiddle" genannt, zu spielen, gehört zu den hergebrachten Traditionen. Die Brauchtumspflege der "Shetland-Fiddelers" ist in Folkmusikkreisen euopaweit für ihre Leistungen bekannt. Zugleich gibt es seitens der jüngeren Shetländer zahlreiche Rockbands. Originalität haben diese allerdings am ehesten, wenn sie in ihren Eigenkompositionen an die nur hier so vorfindlichen Folkmusik-Melodien anknüpfen.

Film und Musik

  • Jürgen u. Ute Schimmelpfennig: "Strandpiraten an kalten Küsten: Skua, die große Raubmöwe auf den Shetland-Inseln; ein Film". BR, München 1984. 1 Videokassette [VHS] (43 Min.).
  • Berliner Universität d. Künste (Hrsg.): "Inseln am Netz: Beispiel Shetland-Inseln". 1997. Umfang 1 Videokassette.
  • Musik: Catriona Macdonald & Ian Lowthian - "opus blue", Acoustic Radio, 1993, C.M. Distribution: Starbeck, Harrogate, North Yorkshire, HG2 7HY, England.

Literatur:

  • Jérôme Bonnin: "Short-term sediment resuspension on the continental slope and geochemical implications: the Faeroe-Shetland Channel". Utrecht: Rijksuniv. te Utrecht, Inst. voor Aardwetenschappen, 2004. 152 S. (Schriftenreihe: Geologica ultraiectina 238; Utrecht, Univ., Dissertation 2004) ISBN 90-5744-097-0
  • Claudia Eidtmann: "Die Nahrung von Eissturmvögeln (Fulmarus glacialis) auf den Shetland-Inseln". Kiel : Institut für Meereskunde, Abteilung Meereszoologie an der Christian-Albrecht-Universität, 1999. 76 Bl. (Kiel, Univ., Diplomarbeit, 1999)
  • Rainer Maresch: "Umwelterziehung im Geographieunterricht: das Tankerunglück "Braer" am 5. Januar 1993; Auswirkungen auf Menschen, Industrie und Umwelt der Shetland-Inseln". Freiburg, Pädagogische Hochschule, Wiss. Hausarb., Realschule, Geographie, 1996. 94 Bl. Illustrationenen, graphische Darstellungen.
  • Wolfgang Schlick: "Die Orkney- und Shetland-Inseln: Landschaft und Kultur im Nordatlantik". DuMont, Köln 1989 298 S. (DuMont Kultur-Reiseführer) ISBN 3-7701-2174-0
  • Wolfgang Maack: "Die Shetland-Inseln - ihre siedlungs-, wirtschafts- und sozialgeographische Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung der Erdölförderung". 170 S. Illustrationen, Hamburg, Universität, Dissertation 1989
  • Heinz Heineberg: "Wirtschaftsgeographische Strukturwandlungen auf den Shetland-Inseln". Paderborn: Schöningh, 1969 142 S. (Schriftenreihe: Bochumer geographische Arbeiten 5; Bonn, Univiversität, Diss., 1967)
  • Stiftung F.V.S. zu Hamburg (Hrsg.): "Verleihung des Europa-Preises für Volkskunst 1994 an die Shetland Fiddlers' Society, Shetland-Inseln (Großbritannien) und an das Alba Regia Tanzensemble, Székesfehérvár (Ungarn)" Stiftung FVS Hamburg, 1994 23 S.


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