Keltische Götter und Mythologien
Unter dem Begriff Keltische Götter versteht man allgemein die Gottheiten und Wesenheiten, die innerhalb der keltischen Kultur von den Stämmen Galliens, Britanniens, den Keltiberischen Völkern und den Ostkelten der Donauländer und Galatiens vor ihrer Christianisierung verehrt wurden.
Obgleich es einige Gottheiten gab, die sehr weit verbreitet waren, geht man doch heutzutage im allgemeinen eher von kleineren, lokal gebundenen Kultgemeinschaften aus. Die Archäologie bestätigte, daß die meisten bekannten Götternamen auf eher kleine geografische Räume begrenzt sind.
Anhand von Bilddarstellungen, Inschriften und Texten antiker Autoren sowie frühmittelalterlicher Sagen kann man heute aber zumindest einige "göttliche Archetypen" ausmachen, die im gesamten keltischen Kulturkreis allgemein verbreitet waren.
1. Männliche Gottheiten
1.1. Der "Himmelsgott"
Sehr weit verbreitet war das keltische Konzept eines "Himmelsgottes", der später häufig mit dem römischen Iupiter gleichgesetzt wurde, der laut Cäsar als Beherrscher des Himmels und der Götter galt. Die bekanntesten Himmelsgötter sind Taranis, der als Donnergott galt und häufig mit Rad und Donnerkeil dargestellt wurde, sowie Cernunnos, der als Gott der Fruchtbarkeit Hirschgeweih trägt und eine Widderkopfschlange hält. Cernunnus wurde auch mit einem Beutel oder Füllhorn Getreide oder Regen an Rinder und Hirsche ausschüttend gezeigt, Münzdarstellungen zeigen ihn zudem auch als Radgott mit dem Radsymbol zwischen seinen Hörnern. Auch die Darstellung eines dreigehörnten "Himmelsreiters", der Sonne und Mond in seinen Händen hält, wurde gefunden. Als Wohnstätten des Himmelsgottes galten auch hohe Berge, weswegen auch Berg- und Paß-Gottheiten wie Poeninus mit Iupiter gleichgesetzt wurden.
1.2. Der "Gott des Krieges"
Besonders verbreitet war die Verehrung eines Kriegsgottes, von den Römern zumeist mit Mars gleichgesetzt. Unter den zahlreichen Namen sind Teutates, Camulos, Belatucadrus, Leucetius, Nodons, Neto und Meduris jene, von denen in der Literatur am meisten die Rede ist. Der Kriegsgott wurde zumeist als bewaffneter, behelmter Krieger mit Speer und Schild dargestellt, in Britannien auch mit kurzen Hörnern. Das Symbol des Kriegsgottes war der Eber. Interessanterweise war eine Hauptfunktion des Kriegsgottes die eines Heilers aber auch die des Beschützers des Stammes.
1.3. Der "Gott des Lichtes"
Ein besonders wichtiger Gott war der Gott des Lichtes, von den Römern zumeist mit Apollon identifiziert. Bekannte Namen einiger Lichtgötter sind Belenus, Bormo, Grannus, Maponos und Atepomaros. Der Gott des Lichtes war auch hauptsächlich ein Gott der heißen Quellen und der Heilung und galt als Vertreiber der Seuchen. Wie die Literatur gezeigt hat, war er auch ein wichtiger Gott der Vorfahren und spielte in der Abstammung berühmter Familien eine Rolle. Der Gott Atepomaros soll auch persönlich die Stadt Lugdunum gegründet haben. Dargestellt wurde der Gott des Lichtes meist als schöner Jüngling oder als Krieger mit einer Strahlenkrone. Eine Darstellung zeigt den Lichtgott sogar als Lenker eines Streitwagens.
1.4. Der "Gott der Wege"
Der laut Cäsar wichtigste Gott der Gallier war der Gott der Wege, Beschützer des Handels und Erfinder aller Künste, der von den Römern zumeist als Mercurius identifiziert wurde. Die bekanntesten Namen dieses Gottes in Gallien sind Esus und Artaius. Der Gott der Wege war vermutlich weit weniger ein Gott der weltlichen Straßen als ein Psychopompos, der Geleiter der Verstorbenen in das Totenreich. Der gallische Gott hängt somit wahrscheinlich mit dem germanischen Wodan zusammen. Der Gott Esus wurde dargestellt als bärtiger Mann, der einen Baum fällt oder sich mit einem Schnittmesser durch Geäst kämpft, andere Darstellungen zeigen den Gott eher in Anlehnung an römische Vorstellungen als jungen Mann mit Schlapphut und Wanderstab, einige Figuren tragen jedoch die Hörner eines Bocks oder Widders.
1.5. Der "Gott des Handwerks"
Wichtig in der keltischen Welt waren die Götter des Handwerks, obgleich es keine wirkliche keltische Entsprechung eines Vulcanus oder Hephaistos gab. Neben einer Anzahl von Darstellungen die einen göttlichen Schmied oder Metallschmelzer zeigen, gab es auch einige Namen wie Carpentus, der ein Gott der Zimmerleute war oder Lugos auch in der Mehrzahl als Lugoves erscheinend, die Götter der Schuster waren.
1.6. Der "Gott der Ahnen"
Laut Cäsar verehrten die Gallier einen Gott, von dem ihr Volk abzustammen glaubte und auch nach griechischen Quellen hatten die Kelten namensgebende Heroen. Cäsar erwähnt keine Namen lediglich identifiziert er den Gott mit dem römischen Dispater, was auf einen Gott der Nacht, der Toten und der Unterwelt hindeutet. Von Bildsteinen ist als einziger Name des gallischen Dispater der Gott Aericuros bekannt. Laut den Griechen war der Ahnvater der Kelten hingegen ein Galates oder Keltos, Sohn der Nymphe Galateia oder Keltine und entweder des Apollon, des Hercules oder des Zyklopen Polyphem. Außer dem bärtigen Totengott Aericuros gibt es keinerlei Darstellungen, die nachweislich den keltischen Gott der Nacht und der Ahnen zeigen.
1.7. Der "Gott der Wälder und Natur"
Einige Götter der Kelten stellten wohl Beschützer oder Herren der Wälder und der Natur oder Tiere dar, diese wurden von den Römern mit Silvanus oder Faunus gleichgesetzt. Die bekanntesten Namen sind Vinotanus, Medugenus, Cranus und vor allem Sucellus. Letzterer wurde oft und gerne als bärtiger Mann mit einem kleinen Topf, in der einen und einem mächtigen Hammer in der anderen Hand, dargestellt. Die Namen der Götter geben aus, daß sie mit Wein und Met zu tun hatten und eventuell Götter der Fruchtbarkeit oder des Rausches waren.
1.8. Der "Gott der Kraft"
Berühmt ist die Schilderung eines griechischen Autoren über den keltischen Gott der Kraft und Stärke. Angeblich wurde dieser, zumeist mit dem Hercules gleichgesetzte Gott als alter sonnenverbrannter Mann dargestellt, der an langer Kette eine große, fröhliche Zahl von Anhängern hinter sich herführt. Dieses Bild ließ oft an einen Psychopompos oder Seelengeleiter denken. Des Berichtes zufolge aber war die körperliche Kraft nur eine Metapher für den Logos oder die Wortkraft, die dieser Gott symbolisierte. Die Archäologie bestätigt dies, da auf Fluchtafeln, die man fand, nicht etwa wie sonst üblich der Kriegsgott sondern der Gott Ogmios angerufen wurde. Neben dem Fluchgott Ogmios wurden auch Magusanus, Baldruus Erge und Andosto mit dem gallischen Hercules identifiziert. Darstellungen eines riesigen, kahlköpfigen Mannes mit gewaltiger Keule oder Knüppel wurden recht häufig in Gallien und Britannien entdeckt.
1.9. Weitere männliche Gottheiten
Zu den bekanntesten weiteren Männlichen Gottheiten der Kelten zählen die berühmten Flußgötter der Donau und des Rheins, Danuvius und Rhenus. Eine weitere Gottheit, die mit Wasser zu tun hatte, war der mit Neptun identifizierte Benacus. Ein mit Saturn oder Chronos identifizierter Gott Alus und Arvalus könnte eine Gottheit der Ernten oder Jahreszeiten dargestellt haben. Interessant ist auch der nur einmal erwähnte aber mit Eros gleichgesetzte Gott Briganitius sowie Abellio der ein Gott der Apfelbäume oder des Lebens war.
2. Weibliche Gottheiten
2.1. Die "große Königin"
Wichtig war bei den Kelten das Konzept einer großen Götterkönigin oder Muttergottheit. Dargestellt wurde diese wohl zumeist throhnend und Gaben im Schoß haltend, in Britannien gehörnt oder mit einem mondbarkenartigen Kopfschmuck. Ein eher seltener Name der Götterkönigin war wohl Rigani, besser gesichert ist die mit der Iuno gleichgesetzte Annea.
2.2. Die "Göttin des Landes"
Besonders wichtig und hervorzuheben ist die keltische Göttin des Landes und des Stammes. Häufig galten solche Göttinnen als Mütter des nach ihnen benannten Stammes oder Verkörperung eines speziellen Gebietes. Die Funktion der Landesgöttin konnte sich - wie auch die des Stammesgottes - sehr oft mit der anderer Gottheiten wie der Schlachtengöttin überschneiden. Häufig aber wurden die Landesgöttinnen auch mit bestimmten Flüssen oder Quellen identifiziert. Sowohl Brigantia als auch Sequana, Nemetona, Noreia und Mattiaca waren Göttinnen, die den Namen von bestimmten Stämmen trugen. Dargestellt wurde die Landesgöttin auf unterschiedliche Art, zum einen entsprach sie vielerorts der thronenden Götterkönigin, zum anderen wurde sie auch anders dargestellt, wie z.B. Sequana als Gottheit auf einem Entenboot.
2.3. Die "Göttin der Weiblichkeit"
In Gallien weit verbreitet war eine Göttin, die mit der römischen Venus gleichgesetzt wurde. Aus Gallien sind keine Namen überliefert, die einzige bekannte Gleichsetzung der Venus mit einer wohl keltischen Gottheit findet sich im kroatischen Nin, in der Göttin Ansotica, die aber auch von vielen eher für Illyrisch als keltisch gehalten wird. Durch Zaubertafeln ist bekannt, daß die keltische Venus eine Göttin der Frauen war und vor allem der Geburt, Liebe und besonders der Gesundheit und Heilung. Darstellungen der Venus sind recht häufig, zumeist zeigen sie eine junge, unbekleidete Frau mit besonders langem Haar, auch Darstellungen einer tanzenden oder badenden Venus sind bekannt. Der auffällige runde Bauch einiger keltischer Frauengöttinnen deutet daraufhin, daß die Göttin als schwangere Frau verehrt wurde.
2.4. Die "Göttin des Lichts"
Eine weit verbreitete Vorstellung der Kelten war eine Göttin des Lichts, als weibliches Gegensrück zum männlichen Lichtgott. Diese Göttin wurde als Göttin von Handwerk und Künsten aber auch des Feuers von den Römern mit Minerva identifiziert. Der Name der keltischen Göttin Sulis, der mit dem römischen Sol und der germanischen Sól verwandt ist, deutet jedoch eher auf eine Sonnengöttin hin. Wahrscheinlich war sie eine Göttin des Zentralfeuers, der Heilung, Wärme und Thermalquellen. Weitere Namen sind: Belisama, Amalia und Indennica. Dargestellt wurde die Göttin zumeist als stehende ernst blickende Frau mit langen Gewändern und manchmal Attributen wie Stab oder Helm.
2.5. Die "Göttin der Wildnis"
Die Göttin der Wildnis ist ein eher weniger bekanntes keltisches Konzept. Trotzdem sind einige Darstellungen von jagenden Göttinnen oder Göttinnen mit Pfeil und Bogen, eine davon auf einem Eber reitend, bekannt. Gleichgestellt haben die Römer diese Gottheit zumeist mit Diana, dieser zugeordnet wurden unter anderem Abnoba, Mattiaca, Rotona und Sirona. Auch die Göttin Artio und die Verkörperung der Ardennen, Arduinna, entsprechen dem Konzept einer Jagd- oder Naturgottheit. Abnoba war die Göttin des Schwarzwaldes, Sironas Name bringt sie mit Rehen oder Hirschen in Verbindung und Rotonas Name zeichnet sie als "Radgottheit" aus. Artio wurde als thronende Muttergottheit mit einem Bären dargestellt.
2.6. Die "Göttin der Schlacht"
Eine sehr weit verbreitete Vorstellung der Kelten war die einer weiblichen Schlachtengottheit, gleichgesetzt wurde diese mit der römischen Victoria. In Gestalt der britannischen Göttin Brigantia war die Schlachtengöttin mit der der Stammesgöttin identisch. Weitere überlieferte Namen sind Cassibodua, Andraste und Andarta. Zumeist wurde die Schlachtengöttin in Gestalt einer bewaffneten kriegerischen Frau mit Schild, Speer und Helm verehrt, die Göttin Cassibodua jedoch ist wahrscheinlich noch zusätzlich mit den Darstellungen einer Krähe auf zahlreichen keltischen Münzen in Verbindung zu setzen. Die Darstellung der Gottheit als Aasvogel sowie die Bedeutung ihres Namens "Schlachtkrähe" deuten auf eine weitere Funktion als Totengottheit und Überbringerin der Seelen der Gefallenen ins Reich der Toten hin. Eine ähnliche Vorstellung ist von den Keltiberern überliefert, die ihre Toten jedoch von Geiern zerfleischen ließen, denen man nachsagte, sie würden die Seele des Toten mit ins Jeseits nehmen.
2.7. Die "Göttin der Fülle"
Als Göttin der Fülle wird zumeist ein Typus von Gottheit dargestellt, der als weibliche Gottheit mit Attributen der Fruchtbarkeit, insbesondere dem Füllhorn dargestellt wird. Es läßt sich nicht nachweisen, ob es sich hierbei um eine eigenständige Form von Göttervorstellung oder nur um eine Variation der Idee von der Stammes-, Landes- oder Schicksalsgöttin handelt. Bekanntestes Beispiel einer weit verbreiteten Göttin der Fülle ist das der Rosmerta oder Ussia.
2.8. Die "Göttin des Schicksals"
Sehr bekannt ist der keltische Typus der Schicksalsgöttin, diese wird zumeist mit dem Kult der "Matronae" oder "Matres" in Verbindung gebracht, die je nach Region entweder als "Iunones", "Cereres" oder "Parcae" mit römischen Göttinnen gleichgesetzt wurden. Matrona taucht auch als einzelgestaltige Göttin, nämlich als Flußgottheit der Marne auf. Im allgemeinen werden diese Schicksalsgöttinnen als Göttinnen des Glücks, der Fruchtbarkeit und der Erde angesehen und mit den griechischen Moiren oder den Nornen der skandinavischen Sage in Verbindung gebracht. Viele nehmen an, daß in den deutschen "Drei Frauen" oder "Drei Marien" die Matronen weiterlebten, die wahrscheinlich germanisch-keltisch stämmigen Namen Anbede, Borbede und Wilbede scheinen ebenfalls auf eine Verbindung zu deuten. Eine bekanntere einzelgestaltige Schicksalsgottheit war dagegen Karnuntina, die der Fortuna gleichgesetzt wurde und als weibliches Gegenstück zu Cernunnus oder als Stammesgöttin der Karnuten betrachtet wird.
2.9. Die "Göttin des Todes"
Die keltische Totengöttin wurde mit der römischen Proserpina gleichgesetzt. Zwei überlieferte Namen solcher Göttinnen sind die keltiberische Adaegina sowie die in Süddeutschland und dem Donaugebiet verehrte Aericura. Genuin keltische Darstellungen der Todesgöttin sind nicht zu bestimmen, zumeist werden gallo-römische Darstellungen nach Art der römischen Proserpina mit ihr in Verbindung gebracht. In einigen Fällen ist die keltische Todesgöttin auch in Begleitung eines Hundes, möglicherweise des Cerberus dargestellt.
2.10. Die "Pferdegöttin"
Zumeist als Pferdegottheit bezeichnet wird die äußerst beliebte keltische Epona. Tatsächlich war ihre Funktion als Schutzgottheit der Reiterei und der Pferdezucht in der gallo-römischen Kultur sehr wichtig, doch ging ihre ältere Bedeutung wohl weit über dies hinaus. Die Gleichsetzung mit der römischen Ops und ihre Ähnlichkeit mit der bei den Galatern so beliebten Kybele weisen eher auf eine Himmels und Schöpfungsgottheit nach der Art der griechischen Rheia hin als auf eine simple Tiergöttin. In ihrem kriegerischen Aspekt wurde Epona auch manchmal nach Art der römischen Bellona bzw. diese nach Art der keltischen Göttin dargestellt, nämlich als unbekleidete Frau mit langem Haar auf einem galoppiernden Pferd. Allerdings sind auch Darstellungen einer bekleideten Epona mit einen Fohlen und einem Korb voller Gaben bekannt.
2.11. Weitere weibliche Gottheiten
Auf eine Erdgottheit oder Verkörperung der Erde könnten der Name der Göttin Telo, welcher mit Tellus verwandt ist sowie das Fragment des Göttinnennamens Dumno, was "Welt" oder "Tiefe" bedeutet hinweisen, gewöhnlich wird Telo jedoch als Genius Loci des Ortes Toulon und Dumno als Stammesgöttin der britannischen Dumnonen angesehen. Der Typus einer Göttin der Heilung wird vertreten von Göttinnen wie Bormana oder der keltiberischen Maiduna/Meduna. Die Göttin Nehalennia wird oft für eine Göttin der Seefahrt gehalten, wahrscheinlicher ist jedoch aufgrund ihrer Gleichsetzung mit Isis, in ihr eine Göttin des Landes oder aber Totengöttin sehen zu wollen. Erwähnenswert ist weiterhin die Göttin Pritona oder Ritona, welche eine besondere Gottheit der Furten und eventuell auch eine Schicksalsgöttin dargestellt hat.
Keltische Mythologie
Der Begriff keltische Religion ist die Sammelbezeichnung für die Gesamtheit der Mythen, Riten und Kulte der Kelten vor ihrer Christianisierung.
Archäologische wie philologische Zeugnisse ergeben das Bild einer polytheistischen Anschauung, die in römischer Interpretation überliefert ist: viele keltische Götternamen sind unbekannt; sie wurden mit römischen Götternamen verbunden.
Die keltische Mythologie, in der Naturwesen, Götter und Menschen eng miteinander verbunden waren, wirkte unter Leitung der Druiden bis in den Alltag des gesellschaftlichen und religiösen Lebens hinein und manifestierte sich unter anderem in einem Jahreskreis von sonnen- und mondbezogenen Festen. (keltischer Jahreskreis) Über verschiedene Symbole verbanden sich Grundannahmen des religiösen, natürlichen und gesellschaftlichen Weltbildes mit dem rituellen und alltäglichen Leben der Menschen.
Zentrum des keltischen Glaubens war die Seelenwanderung. Die Seelen würden demnach von einem Körper auf den anderen übergehen. Dies minderte die Angst vor dem Tod, und steigerte im Krieg Tapferkeit und Opferbereitschaft.
In Extremsituationen, Krieg, Gefahr oder Krankheit, wurden auch Menschenopfer gebracht.
Die keltische Mythologie teilt sich analog zur geographischen Aufteilung der verschiedenen keltischen Volks- und Sprachgruppen in mehrere Zweige:
- Gälisch (Irland, Schottland und Isle of Man)
- Walisisch und Kornisch (Zentral-England und Wales)
- Bretonisch und Gallisch (Kontinentaleuropa, französische Bretagne)
1. Festlandkeltische Mythologie
Die Mythologie der Festlandkelten ist weitestgehend verschollen.Überliefert sind nur einige wenige Bruchstücke wie die Gründung Lugdunums durch den Keltischen Lichtgott Atepomaros, die Erlegung eines gewaltigen Ebers durch einen von den Göttern bestimmten Helden sowie die angebliche Abstammung der Kelten von einem Gott Galates oder Keltes in dem die Griechen wahlweise einen Sohn des Apollon, des Hercules oder des Zyklopen Polyphem sahen.
Bildmotive wie der Gundestrupkessel oder der Pariser Nautenpfeiler scheinen außerdem auf den Mythos der Tötung eines Stieres, des Tarvos Trigaranos und der Fällung eines Baumes durch den Gott Esus zu berichten.
Die Keltischen Jupiter Gigantensäulen deuten zusätzlich auf einen Mythos hin in dem der keltische Gott Taranis gegen erdgeborene Riesen kämpfte.
2. Irisch Gälische Mythen
Die Mythen des alten Irlands beginnen mit der Einwanderung sagenhafter Völkerschaften in Irland. Zuerst kurz nach der Sintflut trifft die erste Siedlerin Cessair oder Banba in Irland ein. Ihr Gatte Fintan sohn von Bochra oder die analoge Gestalt des Tuan Sohn des Cairell überliefert von diesem Zeitpunkt an in verschiedenen tierischen, göttlichen und menschlichen Inkarnationen von der Geschichte der Welt. Nach Der Sintflut kam der Vatermörder Partholan mit seinem Volk nach Irland, besiegte das dämonenhafte Volk der Formoren und legte die ersten Seen und Ebenen an und machte die ersten wichtigen Erfindungen. Nach der Auslöschung der Partholaner durch eine Seuche traf Nemed mit seinem Volk ein und setzte die Gestaltung der Insel fort. Nach einem Aufstand jedoch wurden die Nemedier von den zurückgekehrten Formoren besiegt und die wenigen Überlebenden flohen wieder über das Meer. Generationen später kehrten zwei Völkerschaften nach Irland zurück und beanspruchten die Insel für sich, die göttlichen Tuatha de Danaan nachkommen Iarbonels die auf Inseln im Norden der Welt magische Kräfte erlangt hatten und die Stämme der Firbolgs bzw. der Fir Domnann und Galioin die in Iberien ein Dasein als Sklaven gefristet hatten. Die Tuatha de Danaan schlagen zwei Schlachten auf der Ebene von Mag Tuired, in der ersten besiegen sie die Firbolgs und machen sie sich untertan, in der zweiten befreien sie Irland von den Formoren und ihrem König Balor. Schließlich müssen die Tuatha de Danaan Irland ab das Volk der Milesier abtreten, der von Halbgöttern, den Nachfahren des Beli angeführten Vorfahren der Gälen, und ziehen sich in das Reich der Toten im inneren der Erde oder auf Inseln weit jenseits des Horizonts oder Magische Reiche unterhalb des Meeres zurück und werden von nun an von den Menschen als Götter verehrt.
Weitere Sagen des Mythologischen Zyklus berichten von einzelnen Götterfiguren der Tuatha de Danaan. Spätere Sagen berichten von den frühen Halbgöttlichen Königen der Milesier wie zum Beispiel der Ulster Zyklus der hauptsächlich vom Helden CuChullain und dem Epos des Rinderraubs von Cooley (Táin Bó Cúailnge) der Fenier Zyklus berichtet hauptsächlich vom Helden Fionn und dem Sagenhaften Kriegerbund der Fianna. Der Königszyklus oder Historische Zyklus berichtet von den späteren vor- und frühchristlichen Königsgeschlechtern Irlands und die Imramma von Reisen in die Anderswelt. Weitere Sagen berichten u.a. vom Leben irischer Heiliger.
3. Kymrische und Bretonische Mythen
Kymrische und Bretonische Mythen sind aus dem Mittelalter überliefert, vor allem zu nennen sind hier die vier zweige des Mabinogi, die Vier Romanzen und die frühe Artussage sowie die damit verbundene Sage von Taliesin sowie die Walisischen Triaden. Außerdem gibt es Lateinische und frühe Angelsächsische Quellen die sich mit britannischen Herkunfts und Königsmythen befassen sowie eine große Anzahl spätererer Heiligenlegenden.
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