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Schottische Großstädte

Nachfolgend einige Portraits schottischer Großstädte. Es werden die fünf wichtigsten und größten Städte Schottlands in alphabetischer Reihenfolge vorgestellt. Diese sind:

  1. Aberdeen
  2. Dundee
  3. Edinburgh
  4. Glasgow
  5. Inverness

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1. Aberdeen

Aberdeen (gälisch für Mündung des Dee) ist eine Stadt in Ostschottland, Vereinigtes Königreich, mit knapp 210.000 Einwohnern. Aberdeen ist das wichtigste Zentrum im äußersten Norden Großbritanniens und wichtige Seehafenstadt an der Nordsee. Aberdeens wichtigster Wirtschaftsfaktor ist die Ölförderung in der Nordsee. Sie liegt zwischen den Mündungen der Flüsse Dee und Don.

Aberdeen trägt im Volksmund die Bezeichnung Stadt aus Granit, die sie der Tatsache verdankt, daß ein Großteil der innerstädtischen Gebäude aus Granit gefertigt sind.

Die Stadt ist die Hauptstadt der Region Grampian und hat eine Universität von 1494.

Bedeutend ist die Stadt seit dem 12. Jahrhundert, genaueres zur Geschichte Aberdeens finden Sie über diesen Link bei Wikipedia .

Partnerstädte

Aberdeen unterhält Beziehungen mit folgenden 5 Partnerstädten:

  • Clermont-Ferrand, Frankreich
  • Regensburg, Deutschland
  • Stavanger, Norwegen
  • Gomel, Weißrussland
  • Bulawayo, Simbabwe

2. Dundee

Dundee liegt in Schottland am Fluß Tay und ist Hauptstadt der Tayside Region. Die alte Königstadt Dundee, gegründet im Jahre 1260, ist Hafen- und Universitätstadt. Dundee hat etwa 190.000 Einwohner.

Die beiden größten und bekanntesten Fußballclubs der Stadt, Dundee FC  und Dundee United FC , spielen in der Scottish Premier League.

Spezialitäten Dundees sind Whisky und Marmelade ("Whisky, Marmalade and Journalism"). Die Orangenmarmelade wurde in Dundee von der Kaufmannsfrau Janet Keiller "erfunden". Sie kochte Bitterorangen, die aus Spanien geliefert wurden und die niemand essen wollte, mit Zucker ein, bis daraus ein wohlschmeckender Kompott, die berühmte schottische Orangenmarmelade, wurde.

Dundee ist seit 1962 Partnerstadt der deutschen Stadt Würzburg.

James Chalmers

James Chalmers (geboren 2. Februar 1782 in Arbroath; gestorben 26. August 1853 in Dundee) war Druckereibesitzer und Zeitungsverleger im schottischen Dundee. Ihm wird, wie auch Rowland Hill und Lovrenc Kosir, die Erfindung der Briefmarke zugesprochen.

James Chalmers griff die Vorschläge des Londoner Verlegers Charls Knight vom Juni 1834 auf, der vorschlug, Verschlussstreifen für Zeitungen mit einen Wertstempeleindruck zu 1 Penny herzustellen. Dies sollte den Versand von Zeitungen durch die Post deutlich beschleunigen. James Chalmers, der begeistert von dieser Idee war, begann bereits im August 1834 mit der Herstellung von kleinen aufklebbbaren Zettelchen mit einem Wertstempeleindruck, die uns heute als Briefmarken bekannt sind. Der Zeitungsverleger reichte jedoch seinen Vorschlag zur Einführung seiner Briefmarken erst im Februar 1838 ein. Anstoss der Veröffentlichung war, daß Rowland Hill mit seiner Postreform in einer Denkschrift erstmals an die Öffentlichkeit trat.

Die von James Chalmers eingereichten Briefmarkenentwürfe waren jeweils fünf zusammenhängende Stücke in rotem Druck, die bereits probeweise entwertet waren und sogar eine Gummierung besaßen. Die Grundlage für seine Versuchsdrucke bildeten wahrscheinlich aufklebbare Steuermarken aus Großbritannien, die es damals für die verschiedensten Zwecke gab.

Am 6. Mai 1840 kam es schließlich zur Ausgabe der ersten Briefmarken der Welt im Vereinten Königreich. James Chalmers wurde in diesem Zusammenhang von Rowland Hill jedoch in keiner Weise erwähnt. Dies war lange Zeit die Grundlage zwischen den Sreitigkeiten der Nachfahren Hills und Chalmers über die Frage nach dem wahren Erfinder der Briefmarke.

James Chalmers erhielt 1846 eine Ehrengabe der Stadt Dundee für seine Verdienste zur Reformierung des Postwesens.

3. Edinburgh

Edinburgh (Dùn Éideann in schottischem Gälisch, im Deutschen auch Edinburg genannt) ist seit 1492 die Hauptstadt von Schottland, Vereinigtes Königreich. Seit 1999 tagt hier wieder das schottische Parlament.

Die Stadt mit ihren knapp 450.000 Einwohnern liegt an Schottlands Ostküste und auf der Südseite des Firth of Forth. Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten sind das Schloss Edinburgh Castle und der Holyrood Palace.

Edinburgh ist Schauplatz für das bekannte Edinburgh Festival, das jedes Jahr im Sommer kunst- und kulturinteressierte Besucher anzieht.

Sehenswertes

Zu den markantesten Punkten der Stadt zählt die Burg Edinburgh Castle, die auf die Princes Street blickt und den Anfang der Royal Mile bildet, die an der St. Giles Cathedral vorbeiführt und beim Palace of Holyroodhouse endet. Im Fischgrätmuster öffnen sich die kleinen Gassen der Altstadt, die von größeren Marktplätzen durchzogen ist.

Der Park Princes Street Gardens erstreckt sich zwischen dem erloschenen Vulkan, auf dem die Burg erbaut wurde und der Princes Street. Wo heute der Park liegt, umgaben einst Sumpfland und Seen den Berg.

Mit der Princes Street beginnt die georgianische "New Town", die sich weiter nach Norden erstreckt.

Botanisch interessant ist auch der Royal Botanic Garden Edinburgh nördlich des Stadtzentrums. Eine wunderbare Aussicht über die Stadt hat man von dem vulkanischen Hausberg Arthur's Seat. Der Aufstieg lohnt sich. Nicht ganz so anstrengend ist der Aufstieg zu den Salisbury Crags am Fuß des Berges - auch hier liegt einem Edinburgh zu Füßen.

Im Hafen von Leith, am sogenannten Ocean Terminal, liegt die ehemalige königliche Yacht Britannia, die besichtigt werden kann.

Wirtschaft

Traditionell ist Edinburgh ein wichtiges Handelszentrum, das Schottland mit Skandinavien und Kontinentaleuropa verbindet. Die Bedeutung des Hafens von Leith hat allerdings in den letzten Jahrzehnten stetig abgenommen.

Kultur

Höhepunkt des kulturellen Lebens ist das sommerliche Edinburgh Festival (14.8. - 4.9.2005), das internationale Bedeutung im Bereich Theater und Musik erlangt hat.

Bildung

Edinburgh ist eine Stadt, die auch für ihre Universitäten bekannt ist. Es beherbergt gleich drei international bekannte Universitäten, nämlich die Napier University, die Heriot-Watt University und die University of Edinburgh, wobei letztere neben Universitäten wie Oxford oder Cambridge zu den besten Großbritanniens zählt.

Sport

Zwei Fußballklubs spielen in der obersten schottischen Liga; nämlich die rivalisierenden Vereine Hibernian Edinburgh  und Heart of Midlothian , wobei der eine katholisch und der andere protestantisch ist (vergleichbar mit Celtic Glasgow und Glasgow Rangers).

Berühmte Einwohner

Der schottische Reformator John Knox und der Mathematiker und Astronom John Napier wurden im 16. Jahrhundert in Edinburgh geboren. Auch der Philosoph und Historiker David Hume wurde in Edinburgh geboren und besuchte die Edinburgh University. Der geistige Vater von Sherlock Holmes, Arthur Conan Doyle, und der (Mit-)Erfinder des Telefons, Alexander Graham Bell, kamen beide in Edinburgh zur Welt. Der Physiker James Clerk Maxwell wurde hier geboren und ging in die renormierte Edinburgh Academy zur Schule und besuchte anschließend die Edinburgh University. Robert Louis Stevenson, der Autor der "Schatzinsel", fand warme Worte für die Stadt - bevor er für immer nach Samoa zog. Ein lebendiges Bild der Stadt zeichnete auch Sir Walter Scott in seinem romantisch-patriotischen Roman "The Heart of Midlothian". Der berühmte Schauspieler Sean Connery wurde in Edinburgh geboren und wuchs auch hier auf. Der britische Premierminister Tony Blair wurde hier geboren und besuchte die exklusive Privatschule Fettes College. Die Schriftstellerin Joanne K. Rowling schrieb den ersten Band der Harry Potter-Reihe in einem Café in Edinburgh. Der außerhalb Schottlands bekannteste Snooker-Spieler Stephen Hendry wurde in Edinburgh geboren.

Gleichnamige Städte

Schottische Auswanderer haben den Namen Edinburghs in die Welt getragen. Heute findet sich etwa:

  • Edinburgh, Indiana, USA
  • Dunedin, Neuseeland
  • Dunedin, Florida, USA

Persönlichkeiten

Alan Longmuir, Musiker und Mitbegründer der Bay-City-Rollers

4. Glasgow

Glasgow ist mit etwa 580.000 Einwohnern Schottlands größte Stadt. Sie liegt im Südwesten des Landes am Fluß Clyde, an der Westküste Schottlands. Das Stadtzentrum liegt bei etwa 55° 52' N, 4° 15' W.

Glasgow ist Standort von Schiffbauindustrie und gilt als "Arbeiterstadt" - im Gegensatz zu Edinburgh, der Hauptstadt Schottlands.

Glasgow hat eine Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert und drei Universitäten (University of Glasgow, University of Strathclyde und Glasgow Caledonian University).

Wichtige Museen in Glasgow sind das Kelvingrove Art Gallery and Museum, die Hunterian Art Gallery (an der University of Glasgow) und die Burrell Collection. Letztere geht auf die Privatsammlung von William Burrell zurück, der sie der Stadt vermachte.

Stadtgründung

Seit Jahrtausenden haben Menschen an der Stelle des heutigen Glasgow gesiedelt, wobei der Clyde eine optimale Gelegenheit zum Fischfang bot. Später besiedelten die Römer den Ort und errichteten um 140 v. Chr. den Antoninuswall, dessen Reste heute noch in Glasgow zu sehen sind, um das römische Britannien vom keltischen und piktischen Caledonia zu trennen.

Glasgow selbst wurde vom christlichen Missionar Sankt Mungo (auch bekannt als Sankt Kentigern) im 6. Jahrhundert gegründet. An der Stelle der heutigen Kathedrale errichtete er eine Kirche, und in den folgenden Jahren wurde Glasgow zu einem religiösen Zentrum. Die Sankt Mungo zugesagten Wunder finden sich noch heute auf dem Stadtwappen.

Die Kathedralenstadt

Die Geschichte Glasgows ist vage, bis es im 12. Jahrhundert zur Stadt angewachsen war, und mit dem Bau der Kathedrale begonnen wurde.

1451 wurde die Universität zu Glasgow durch päpstliches Dekret gegründet. Anfang des 16. Jahrhunderts war Glasgow zu einem bedeutenden religiösen und akademischen Zentrum gewachsen.

Handel und die industrielle Revolution

Ebenfalls zu dieser Zeit waren die Händler und Facharbeiter der Stadt an erheblichen Einfluß gelangt, was die Macht der Kirche zu schmälern begann. Durch den Schiffsverkehr über den Clyde wurde Glasgow zu einem idealen Handelszentrum, sowie zum Tor nach Edinburgh und dem Rest Schottlands.

Glasgows Position im Zentrum des British Empires machte es darüber hinaus zum zentralen Umschlagplatz im Handel mit den britischen Kolonien. Der leichte Zugang zum Atlantischen Ozean erleichterte den Import von amerikanischem Tabak, der dann in ganz Europa verkauft wurde. Handel mit der Karibik erlaubte den Import von Zucker.

Seit den 1770er Jahren ermöglichte die Entschlammung des Clyde, größere Schiffe weiter den Fluß hinunter zu fahren, was den Grundstein für den Industrie- und Werftbau während des 19. Jahrhundert legte.

Durch den Überfluß an Kohle und Eisen aus Lanarkshire wurde Glasgow eine Industriestadt, die den Beinamen "die zweite Stadt des Empire" erhielt. Auch die Baumwollindustrie und Textilherstellung florierte. Arbeiter aus Schottland, Irland und dem Rest Europas zog es in die aufstrebende Stadt.

Durch die industrielle Revolution wurde Glasgow zu einer der reichsten Städte der damaligen Welt. Wohlhabende Händler finanzierten spektakuläre Bauten, Parks, Museen und Bibliotheken.

Fabriken wurden als wahre Prachtbauten errichtet, so zum Beispiel eine Teppichfabrik (Templeton's carpet factory), die als Kopie des Dogen Palastes von Venedig errichtet wurde.

Glasgow wurde auch kulturell zu einem wichtigen Zentrum. Zahlreiche Galerien siedelten sich an, und außergewöhnliche Gebäude entstanden, wie die Glasgow School of Art, erbaut von Charles Rennie Mackintosh.

Abstieg und Nachkriegszeit

Nach dem Ersten Weltkrieg litt Glasgow am weltweiten Niedergang der Wirtschaft. Obwohl weiter Schiffe und Züge in Glasgow produziert wurden, machten preiswerte Arbeiter der Stadt Konkurrenz. Die Lage der Arbeiterklasse in der Stadt verschärfte sich, die Politisierung und das Bewußtsein über die Situation nahm zu. So entsandten die Glasgower Arbeiter eine ganze Brigade zur Unterstützung der spanischen Republik.

In den 1960er Jahren ging es mit der Wirtschaft der Stadt steil bergab. Trotz Schiffsneubauten wie der wurde eine Werft nach der anderen geschlossen. Zur Jahrtausendwende existierten nur noch zwei Werften, die beide ausschließlich aus Rüstungsaufträgen der Regierung finanziert wurden.

In den 1970er und 1980er Jahren wurden Stahlwerke, Kohleminen, Motorwerke und andere Schwerindustrie in und um Glasgow geschlossen, was zu Massenarbeitslosigkeit und Zerfall der Stadt führte. Seit Mitte der 1980er Jahre gibt es jedoch einen beschwerlichen Aufschwung - ein Finanzdistrikt wurde geschaffen, und die ehemaligen Fabrikgelände in den Vororten werden von der Unterhaltungsindustrie bezogen. Kritiker dieser Entwicklung bezweifelten allerdings, ob eine solche reine Service-Industrie langfristig Bestand haben kann.

Das moderne Glasgow

In den 1990er hatte sich Glasgow von seinem Niedergang erholt. 1990 war es Europäische Kulturhauptstadt, und erhielt den Architektur- und Designpreis 1999. 2003 wurde Glasgow Europäische Sporthauptstadt. Tourismus, Sportveranstaltungen und große Konferenzen prägen das Bild des modernen Glasgow.

Glasgow hat ein modernes Kultur- und Kongresszentrum. Dort finden zahlreiche unterschiedliche Veranstaltungen statt, unter ihnen solche wie der Science-Fiction-World-Con "Intersection" 1995 und "Interaction" vom 4. bis 8. August 2005.

Ein besonderes Augenmerk kann in Glasgow auf die Vielfalt der Museen gelegt werden, die im übrigen fast alle ohne Eintrittsgebühren zu besichtigen sind. Eine Ausnahme bildet zum Beispiel das Science Center, daß einen Eintrittspreis von 6.95 Pfund/Erwachsenen erhebt.

Weiterhin bietet sich Glasgow mit hervorragenden Malls als Einkaufsstadt an.

Weltberühmt sind auch die beiden Fußballclubs Glasgows. Auf der einen Seite spielen die katholischen Celtic Glasgow  und auf der anderen Seite die protestantischen Glasgow Rangers  seit Jahrzehnnten einen erbitterten Kampf gegeneinander aus. In den letzten Jahrzehnten machten diese beiden Clubs den Schottischen Meister unangefochten unter sich aus (Rangers: 51x Meister, Celtic: 39x Meister). Im Internationalen Geschäft (UEFA-Cup, Champions League) können die beiden Clubs sich nur schlecht behaupten.

5. Inverness

Inverness ist die Hauptstadt des schottischen Verwaltungsbezirks der Highlands und liegt an der Mündung des Flusses Ness in den Moray Firth (gälisch: inver = "Mündung"). Inverness hat etwa 65.000 Einwohner. Der durch das Great Glen führende Kaledonische Kanal ("Caledonian Canal") hat hier seinen Anfang und führt Richtung Westen bis nach Fort William, wo er in den altlantischen Ozean mündet.

Nicht weit außerhalb der Stadt liegt das berühmte Loch Ness, der angebliche Wohnort des sagenumwobenen Monsters Nessie.

Auf der Burg von Inverness regierte im 11. Jahrhundert MacBeth, nicht so grausam wie von William Shakespeare geschildert. Anstelle seiner Burg steht seit dem 19. Jahrhundert ein repräsentatives Burgschloß auf demselben Hügel, in dem nun das Gericht und die Verwaltung untergebracht sind.

Inverness kann erreicht werden:

  • mit dem Flugzeug über den regionalen Flughafen Dalcross
  • per Bahn und mit Überlandbussen via Perth oder Aberdeen
  • mit dem Auto von Perth aus über die A9 oder von Aberdeen aus über die A96

Mehr Informationen über Inverness finden Sie hier.



Michael W. Uhr - Laird Of GlenCairn - Goethering 2 - D-90547 Stein
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