Fort William und Inverness
An dieser Stelle zwei kleine Portraits meiner beiden "Lieblingsstädte" in Schottland . Hier bin ich am liebsten, hier fühle ich mich wohl und hier habe ich die meisten Urlaub verbracht. Besonders Inverness hat es mir angetan und falls ich wirklich Deutschland nach Beendigung meines Arbeitslebens verlassen und nach Schottland ziehen werde, dann bestimmt nach Inverness.
Zuerst ein Portrait von Fort William und dann von Inverness mit ein paar Bildern.
Fort William
Fort William (9.300 Einwohner, Highland Region, Lochaber Distrikt) ist die wichtigste Stadt Schottlands südlich von Inverness, westlich von Stirling und nördlich von Glasgow. Fort William bildet ein natürliches Zentrum dieser großen Region, wo sich Straßen- und Schienenverkehr kreuzen. Die meisten Besucher der Highlands werden sich früher oder später hier einmal einfinden.
Und das ist nicht so schlecht, denn Fort William hat eine Menge zu bieten. Auch wenn Fort William in den meisten Reiseführern über Schottland wenig Beachtung findet. Meistens beschränkt man sich auf die zweispurige Umgehungsstraße, die die Stadt von den Ufern des Loch Linnhes abschneidet.
Kritiker bemängeln zwei Tatsachen: Zum Ersten, daß die Straßen zum größten Teil der im 19. Jahrhundert erbauten Eisenbahnlinie über eine Eisenbahnstation südlicher und näher am Stadtzentrum, folgen. Und Zweitens die Fragen, wodurch können Verbesserungen erreicht werden? Soll man den Durchgangsverkehr durch die jetzt als Fußgängerzone ausgebaute Hauptstraße erlauben? Soll man eine Umgehungsstraße in den Bergen (Ben Nevis Massiv) bauen? Oder entlang der alten Militärstraße durch das Glen Nevis?
Fort William wurde als Garnisonsstadt durch Wilhelm von Oranien in der Mitte des 17. Jahrhunderts gegründet, wodurch Fort William auch seinen Namen ("Fort") her hat. Die Überreste dieser Garnison existieren schon lange nicht mehr. Denn sie mußten für die Eisenbahntrasse Platz machen, die um 1890 entstand. Heute sind die wichtigsten Arbeitgeber der Tourismus, die Whisky-Destillerie "Ben Nevis ", eine Papiermühle und ein Aluminiumwerk.
Doch wieder zurück zu den positiven Aspekten. Fort William hat alles, was man braucht, während man sich in den Highlands aufhält. Die Hauptstraße hat eine annehmbare Anzahl von diversen Geschäften und Anhänger des Freiluftsports oder Wanderer finden sowohl am Ende der Hauptstraße als auch vor der Unterführung zum Bahnhof gutsortierte Geschäfte für Freizeitbekleidung und Ausrüstungen. Vom Bahnhof aus kann man den Zug (zum Teil noch von Dampfloks gezogen) nach Mallaig nehmen. Die neugeschaffene Einkaufsregion nordwestlich des Bahnhofs beinhaltet auch einen großen und gutsortierten Supermarkt (Morrisons [früher Safeway]), der lebenswichtig für all diejenigen ist, die sich im Urlaub selbstversorgen (wollen).
In Fort William gibt es umfangreiche Möglichkeiten auswärts zu essen und zu trinken. Angefangen von hervorrangenden Fish&Chips, über das phantastisch gelegene "Crannog Seafood Restaurant", direkt am Ufer des Loch Linnhe bis hin zum "Grog and Gruel" in der Hauptstraße, was einen Besuch absolut wert ist.
Das "Grog and Gruel" hat zwar im ersten Stock ein Restaurant, ist aber besser bekannt für den traditionellen (allerdings nicht traditionell schottisch) Pub im Erdgeschoß, wo man eine große Vielfalt von ausgezeichneten Bieren vorfindet. Der Pub ist zwar nicht gerade der billigste in der Stadt, aber zweifelsohne jederzeit empfehlenswert. Auch sollte man dem Pub "Ben Nevis", der am westlichen Ende der Hauptstraße liegt, unbedingt einen Beusch abstatten. Dort erhalten Sie ebenfalls hervorragende und überwiegend schottische Biere sowie eine Vielzahl an Single Malt Whiskys, die man noch bezahlen kann. Im ersten Stock finden Sie ein Restaurant, wo man noch zu vernünftigen Preisen Essen kann. Von der Bar aus hat man einen erstklassigen Blick über Loch Linnhe.
Fort William bildet außerdem das Ende des West Highland Way, Schottland's ältesten und beliebtesten Fernwanderweg. Und hier beginnt der Fernwanderweg Great Glen Way, dem Neuesten. Der ständige Zustrom fußkranker Wanderer, die über Glen Nevis in die Stadt kommen, ist ein Indiz dafür, wie weit die 95 Meilen von Milngavie, nahe Glasgow, sein können. Neuerdings erreicht Fort William auch der Zustrom von Wanderern über den 73 Meilen langen Weg von Inverness her.
Man kann viel in Fort William unternehmen, wenn einen das Wetter oder die Lust einen Tag in den Bergen zu verbringen, eine Strich durch die Rechnung macht. Das "West Highland Museum" im Stadtzentrum (gleich neben dem Tourist Office) ist sehenswert; ebenso wie ein paar Meilen entfernt in Corpach die "Neptune's Staircase", eine Schleusentreppe im Kaledonischen Kanal. Von hier aus hat auch einen der besten Blicke auf das Massiv des Ben Nevis.
Tatsächlich, man keine Beschreibung von Fort William vollenden, ohne nicht auf den Ben Nevis hingewiesen zu haben. Diesen kann man im Normalfall von Glen Nevis (im Nordosten von Fort William, reichlich ausgeschildert) aus besteigen. Der Ben Neivs ist mit 1344 m [4406 ft.] der höchste Berg Großbritanniens und gehöhrt zu den 277 Munroes ("Munroes" sind Berge, die höher als 1000 ft. sind).
Obwohl den Ben Nevis das Bild der Stadt aus der Ferne bestimmt, besonders von der anderen Seite des Loch Linnhe oder von Corpach her, ist er dennoch von der Stadt aus selbst unsichtbar, weil ein dazwischenliegender Bergrücken ihn von Fort William und dem Glen Nevis trennt.
Inverness
Inverness (42.000 Einwohner, Highland Region), die Hauptstadt der Highlands, wurde Schottland's fünfte Stadt, die den Beginn des Dritten Jahrtausends feierte. Inverness liegt am nördlichen Ende den "Great Glen", wo der Fluß Ness in den Moray Firth mündet und war in den letzten zwei Tausend Jahren das natürliche Zentrum der Verständigung innerhalb und in die Highlands.
Die Wurzeln von Inverness liegen an seinem westlichen Rand im nun bewaldeten Crag of Craig Phadrig. Die Festung auf dem Hügel war einst die Hauptstadt der piktischen Könige von frühester Zeit bis ins 4. Jahrhundert.
Um etwa 580 herum war Craig Phadrig die Festung des piktischen Königs Brude als St. Columba auf seiner Mission die Pikten zum Christentum zu bekehren, hier landete. Man sagt, daß König Brude St. Columbe den Eintritt verweigerte, als er am Craig Phadrig ankam; aber die Tore öffneten sich wie von selbst, als St. Columba anklopfte. Brude, sichtlich tief beeindruckt, trat er mit seinen Männern zum Christentum über.
Man nimmt an, daß die Festung auf dem Craig Phadrig im 7. Jahrhundert durch Feuer zerstört wurde. Eine später erbaute Burg in Inverness wurde durch Malcolm III. um 1070 zerstört. Dieser erbaute eine weitere Burg auf einem Hügel oberhalb dem River Ness, an einem Punkt, wo man den River Ness mit einer Fähre überqueren konnte.
Inverness entwickelte sich sehr schnell und um 1250 herum wurde ein Brücke über den Fluß erbaut und eine Abtei gegründet. Inverness war aber auch ein wichtiges Zentrum für den Schiffsbau und die Fischerei. Der Fortschritt kam zum Erliegen als Inverness zum größten Teil nach einem Angriff im Jahre 1429 durch Alexander, dem "Lord of The Isles", zerstört wurde. Damit rächte er nämlich seine Inhaftierung in dieser Stadt durch James I. im Jahr zuvor.
Um 1600 herum blühte Inverness nochmals auf. 1652 erbaute Oliver Cromwell eine Zitadelle am Flußufer nahe der mittelalterlichen Burg, um seine Vormachtstellung im Norden Schottlands zu unterstreichen. Nach Wiedereinsetzung der Monarchie wurde die Zitadelle zwar aufgegeben, dennoch hatten viele englische Truppen ihre Stützpunkte in Inverness.
Im Jahre 1727 entwickelten sich aus den Überresten der Zitadelle und früheren Burgen die erste Festung "Fort George", eine große Festung, die über 400 Truppen beherbergen konnte. Fort George wurde an die Jakobiten übergeben, als sie im Februar 1746 Inverness einnahmen; kurz bevor sie im April des gleichen Jahres in Culloden ihre finale Niederlage erleben mußten. Nach dem die Garnisonen aufgegeben wurden, wurden sie von Jakobiten mit Minen versehen. Diese Operation wurde unter der Leitung des französischen Offiziers namens L'Epine ausgeführt. Er war einer der Toten, als die Minen vorzeitig explodierten und damit Fort George komplett zerstörten.
Nach der Schlacht von Culloden (16. April 1746) entschloß sich die Regierung, ein neues Fort George in Inverness zu erbauen. Das sogenannte Burgh Council erhöhte den Druck auf Wiedergutmachung und das neue Fort George wurde daher nicht nahe Ardersier erbaut, sondern eine Meilen östlich von Inverness; da wo heute sich der Inverness Airport befindet.
Das rote Backsteingebäude (auch "Inverness Castle" genannt), welches man heute betrachten kann, wurde um 1830 erbaut, um darin das Gericht und die Verwaltung aufzunehmen. Der Bau erfolgte aus dem Aufschwung heraus, dem Inverness zu Beginn des 19. Jahrhundert entgegensah, als Inverness sich als die wahre Hauptstadt der Highlands entwickelte. Der Kaledonische Kanal stellte sich zwar nie als der große wirtschaftliche Erfolg heraus, sorgte aber dennoch dafür, daß der Hafen der Stadt immer wichtiger wurde. Um 1870 herum entstanden Eisenbahnlinien, die Inverness mit Perth, Aberdeen, Kyle of Lochalsh, Wick und Thurso verbanden. Das alles ist auch nach dem Eintritt ins 3. Jahrtausend im Betrieb!
Inverness ist aber auch Brennnpunkt des nborschottischen Straßennetzwerkes. Hier treffen sich die Hauptstraßen von Aberdeen, Perth und Fort William und die 1982 eröffnete Kessock Bridge über den Beauly Firth, stellt das Tor zum Norden und Nordwesten dar. Außerdem stellt Inverness das nördliche Ende des 73 Meilen langen "Great Glen Way" dar, der als Fernwanderweg Inverness mit Fort William verbindet.
Heute ist Inverness eine lebendige und hektische Stadt mit einem kompakten und attraktiven Zentrum. Der River Ness steht immer noch im Blickzentrum und Attraktionen wie das Schloß, die Kathedrale und das Eden Court Theater befinden sich an den Ufern des River Ness. Hier findet mach auch viele Restaurants, Hotels und weitere Anbieter von Unterkünften (z.B. B&B).
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